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08.03.2017

Was versuchen Firmen nicht alles, um ihre jährlichen Strategietagungen mit der Führungsmannschaft so zu gestalten, dass „ein Ruck durch die Truppe geht“. Häufig werden große Budgets eingesetzt und die Spannbreite reichte von Topsportlern, die erklären, wie sie „es geschafft“ haben, über hochemotionale Motivationsredner, bis hin zum halsbrecherischen Ausflug in den Klettergarten oder dem gemeinsamen Ausbruch aus einem sog. Panik-Raum.

Auch die die Immobilientochter einer großen Geschäftsbank hatte zahlreiche dieser Formate bereits eingesetzt – mit wechselhaftem Feedback von Seiten der teilnehmenden Führungskräfte der ersten Ebene. Neben der Schwierigkeit, Geschmack und Bedürfnisse (nicht zu sprechen von der körperlichen Fitness) aller Führungskräfte angemessen zu adressieren, wurde häufig die mangelnde Nachhaltigkeit der Tagungsergebnisse als Kritikpunkt angeführt.

Bei der Vorbereitung der Strategietagung im vergangenen Jahr wählten CEO und Personalchefin in Zusammenarbeit mit Weiss & Cie. deshalb einen neuen, partizipativen Weg. Der Tagung voran ging ein anonymisierter Interviewprozess, basierend auf einem strukturierten Fragebogen zu Themen der Geschäfts- und Strategieentwicklung, aber auch zur Beurteilung der Zusammenarbeit und der erlebten und gelebten Führungsqualität. Eine repräsentative Anzahl Führungskräfte wurde entlang von geschlossenen Skalierungsfragen und offenen Fragen zu Verbesserungspotentialen intensiv in die Vorbereitung der Tagung eingebunden. Die anonymisierten Ergebnisse bestimmten maßgeblich die Gestaltung der Tagesordnung - entsprechend den von den Führungskräften genannten Schwerpunktthemen. Die Ergebnisse zur Beurteilung der Zusammenarbeit und der Führungsqualität dienten außerdem den Panels und Arbeitsgruppen während der Tagung als fundierte Diskussions-Grundlage.

Basierend auf dieser intensiven und breit akzeptierten Vorbereitungsarbeit konnten während der Tagung beeindruckende Arbeitsergebnisse mit hoher Akzeptanz erzielt werden. Ausgefeilte Maßnahmenkataloge zu verschiedenen Themenkomplexen wurden erarbeitet, intensiv diskutiert und bewertet. Die Ergebnisse flossen u.a. in einen „Führungskalender“ ein, der sowohl in Papierform als auch im elektronischen Format die Führungskräfte nun entlang der gemeinsame erarbeiteten Agenda begleitet und täglich an die erarbeitete Führungs-Charta erinnert.

Die partizipative Vorgehensweise und die handfesten Ergebnisse der Tagung ernteten positives Feedback bei den Teilnehmern. „Die beste Tagung, die wir je hatten“, „Es war toll zu sehen, dass unser Input um Vorfeld tatsächlich in die Agenda eingeflossen ist und so stark berücksichtigt wurde“, „endlich hatte man mal das Gefühl, dass diese zwei Tage wirklich etwas gebracht haben“, „die Ergebnisse hatten wirklich etwas mit uns zu tun und mit unseren operativen Fragestellungen“ – so und ähnlich die O-Töne der Top Führungskräfte.

„Häufig werden im Vorfeld die Erwartungen an eine solche Tagung nicht ausreichend geklärt“ berichtet Julia Weiss von Weiss & Cie. über ihre Erfahrungen als Executive Team Coach und Moderatorin solcher Veranstaltungen. Eine intensive inhaltliche Vorbereitung fände selten statt. Häufig hielte der CEO ad hoc eine „Hauruck“-Rede, gefolgt von weiteren externen Motivations-Rednern oder Frontal-Präsentationen. Wen wundert es, dass bei vielen Führungskräften dabei eine „Konsumhaltung“ einsetzt, sie sich zurücklehnen und sich bereits auf den „Networking“-Teil der Tagung am Abend bei einem kühlen Bier freuen. Dabei könnte das jährliche Zusammenkommen der Führungskräfte eine großartige Plattform zur Erarbeitung dessen sein, was im kommenden Jahr die gemeinsame Strategische Agenda bilden soll. Gut vorbereitet, professionell strukturiert und mit passenden Formaten während der Tagung unterlegt, können die Alltags-Silos aufgebrochen werden, Synergien und neue Business Potentiale entdeckt und mit nachhaltigen Maßnahmen umsetzungsreif geplant werden. Die so erarbeiteten Ergebnisse erfreuen sich dann breiter Akzeptanz und habe eine echte Chance, es auch in den Arbeitsalltag zu schaffen.

Neben der intensiven inhaltlichen Vorbereitung, die Themen aufnimmt, die die Führungskräfte tagtäglich bewegen und die deshalb auch genug „Betriebstemperatur“ bei allen Teilnehmern erzeugen, ist es nach Erfahrung von Julia Weiss essentiell, dass Moderator und Coach zusammen mit dem CEO eine wohlwollende Atmosphäre schaffen, in der „lautes Denken“ erwünscht ist und gefördert wird. Eine Tabu- und Vorurteilsfreie Zone, in der jenseits der operativen Alltagszwänge und in unüblichen Personal-Konstellationen bisherige Glaubenssätze und Vorgehensweisen hinterfragt und verbessert werden können.

„Probleme kann man niemals mit derselben Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind.“ Nach dieser Maßgabe von Albert Einstein hat die Immobilienfirma sich auf Neuland gewagt und neben beeindruckenden inhaltlichen Fortschritten auch ein völlig neues Wir-Gefühl der Führungsmannschaft entdeckt, das nicht nur auf dem gemeinsamen Bier an der Bar basiert, sondern sich auf eine gemeinsame strategische Agenda und vereinbarte Imperative in der Zusammenarbeit stützt und dadurch eine neue Nachhaltigkeit und Intensität erreicht.

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